KLOSTER- UND HEIMATGESCHICHTSVEREIN- KNIEBIS

 
 

Sprungschanzen auf dem Kniebis


1908-1912 Erste kleine Übungsschanze beim Moorbad (Lammschwimmbad). Erbaut vermutlich von der Schneeschuhabteilung des Württembergischen Schwarzwaldvereins zum nahegelegenen Vereinshaus, im Volksmund „Heiners Haus“, heute Hotel „Waldblick“.  Die Sprungschanze wurde im Sommer 1997 von der MET (Mobiles Einsatzteam, rüstige Rentner, die sich zu einer Arbeitsgruppe zusammengeschlossen haben), wieder errichtet.

1909-1910 Entstand am Bäckerrain (Ochsenhang) eine kleine Sprungschanze mit Weiten von 18-20 Metern. Der Bau dieser Schanze wurde von Karl Gaisser sen. unterstützt und wurde bis etwa 1948 genutzt.

929-1931 Bau der ersten Sprungschanze an der Abendwiese gegenüber des heutigen „Cafe Günter“. Mit Weiten zwischen 22-25 Metern wurde Willi Fuchs 1. Sieger beim Einweihungsspringen und bekam den Silbernen Ski des Schneeschuhvereins Württembergischer Schwarzwald. 1938/39 fiel die Schanze dem Bau der neuen Umgehungsstraße (B 28) zum Opfer.

1948 Am 13. August wurde der Bau einer neuen Sprungschanze an der Abendwiese bei schwierigen Verhandlungen beschlossen. Der Kostenvoranschlag lag damals bei

20 000,- DM. Die Stadt Freudenstadt schlug 50 Festmeter Holz, und es mussten 400 cbm Erde bewegt werden, die unter der Leitung des Dipl. Ing. Walter Reyer Freudenstadt in über 3000 freiwilligen Arbeitsstunden verarbeitet werden mussten.

1949 Am 2. Januar fand das erste Trainingsspringen statt,  und das anschließende Eröffnungsspringen musste wegen Schneemangels verlegt werden. Am 6. Februar 1949 war es dann endlich so weit. Der noch junge Sportverein konnte am 6. Februar 1949 auf seiner neu erbauten Sprungschanze sein offizielles Eröffnungsspringen durchführen. Bei besten Schneeverhältnissen und herrlichem Wetter starteten 55 Springer, die mit ausgezeichneten Leistungen aufwarteten.

Ergebnisse Klasse 1:

1. Schneller Walter, Freudenstadt,  Sprünge mit 37 und 40 Meter, Note 225

2. Rieß Rolf, Tuttlingen,  39 und 42 m (gestürzt), Note 174

3. Decker Josef, Kniebis,  37 und 39 m (gestürzt), Note 163

4. Dieterle Tobias, Kniebis,  30 und 34 m (gestürzt), Note 141

Allgemeine Klasse:

1. Nübel Robert, Mitteltal, 37 und 40 m, Note 225

2. Heinzelmann K. H., Freudenstadt, 39 und 39 m, Note 213

3. Eckstein Emil, Kniebis,  32 und 37 m, Note 207

4. Braun Karl, Klosterreichenbach,  36 und 35 m, Note 207

5. Eckstein Heinrich, Kniebis,  33 und 34 m, Note 200,5


Jungmannenklasse:

1. Schmelzle Rudolf, Kniebis,  34 und 36 m, Note 207

2. Fahrner Eugen, Freudenstadt,  31 und 32 m, Note 192

3. Finkbeiner Walter, Baiersbronn,  30 und 30 m, Note 189

4. Haist Max, Mitteltal,  29 und 30 m, Note 180

5. Günther Paul, Kniebis,  30 und 31 m, Note 177


Anschließend zeigten zwei der schwäbischen Meister, Josef Decker, Kniebis und Walter Schneller, Freudenstadt, einen gut gelungenen Doppelsprung mit 37 Metern. Unter den 1500 Zuschauern konnten Forstmeister Pfau und der Landesjugendleiter im Skisport, Dr. Fr. Haas, und der Erbauer der Schanze  Dipl. Ing. Walter Reyer, begrüßt werden. Die Sieger der einzelnen Klassen konnten sehr schöne Ehrenpreise in Empfang nehmen.

1950 Am 26. Juni zerstörte ein Wirbelsturm das Gerüst der Sprungschanze vollständig, das ein großes Unglück für den Verein bedeutete. Bei einer am 6. August 1950 einberufenen Generalversammlung wird über den erneuten Aufbau des Gerüstes, sowie Verbesserung des Aufsprunges für Weiten zwischen 50 und 60 Metern beraten. Das Gerüst wurde von 16 auf 21 Meter erhöht. Eine Jugendschanze wurde zusätzlich erbaut. Der Verein musste einen Kredit von 2000.- DM aufnehmen.

1951 Das 1. Skispringen auf der neuen Schanze fand am 15. Januar 1951 statt. Vergleichsspringen und Bezirksmeisterschaften Nord. Kombination, Bezirk Stuttgart    vor 2000 Zuschauern. Schanzenrekord wurde von Gerhard Sommer aus Laichingen mit 56 Metern aufgestellt.

1952 Im September wurden wieder  notwendige Veränderungen am unteren Anlaufgerüst und die dazu gehörenden Erdarbeiten durchgeführt, da das alte Schanzengerüst unter der Schneelast teilweise zusammengebrochen war. Sie stand dann bis 1956 fast jedes Jahr für Bezirks- und Schwäbische Meisterschaften  zur Verfügung.

1956 Erneut setzt man sich zusammen, da sich die Sprungschanze in einem Zustand befand, die ein ordnungsgemäßes Springen nicht mehr zuließ. Ein Organisationsausschuss wird gegründet, der sich mit der Frage eines Schanzenneubaues und der notwendigen Finanzierung befassen soll Mitglieder waren:

Heinrich Eckstein sen., Hermann Schäfer, Günter Georg und Gustav Haist.

1957 Planung und Kostenvoranschlag des Ingenieurbüros Kitzlinger Freudenstadt lagen vor.

Die Kosten:  10 000.- DM, 60 cbm Holz von Freudenstadt und Baiersbronn, sowie  10 000.- DM für Arbeitslöhne. Doch woher?  Trotzdem entschloss man sich zum Bau.

1958 Abbruch des alten Anlaufgerüstes und Bau der neuen Schanze. Das neue Gerüst war 25 m hoch, hatte 33 Grad Neigung, und der kritische Punkt lag bei 52 Metern.                               
Am 22. Dezember 1958 war Richtfest an der neuen großen Schanze auf der Abendwiese.

1959 Vom 30. 01. – 01.02. 1959 fanden Schwäbische Meisterschaften auf der neuen Schanze statt.

1960 Auslauf und Schanzentisch der Großschanze wurden verändert, und eine neue Jugendschanze wurde gebaut. Bei einem 12 m hohen Anlaufgerüst konnten Weiten bis  

28 m gesprungen werden.

1961 Am 11. Januar war Richtfest der Jugendschanze. Diese Schanze diente wie die Vorgänger zum Training aller Springer, sowie auch zu Lehrgängen, Bezirksmeisterschaften, Vergleichsspringen und Schwäbischen Meisterschaften.

1972 Schanzenrekord 59 m, gesprungen von Rolf Rieß. Im Sommer 1972, vermutlich durch eine weggeworfene Zigarette, brach ein Brand in den Gelenken der Stützbalken aus. Aus sicherheitstechnischen Gründen war die Sprungschanze nicht mehr zu erhalten.
Am 30. November 1972 wurde die mit viel Mühe und großem Engagement erbaute Sprungschanze von Horst Banschbach mit 10 kg Avalit und 32 m Sprengschnur gesprengt.