KLOSTER- UND HEIMATGESCHICHTSVEREIN- KNIEBIS


 
 

Hotels und Gasthäuser

 Hotel Alexanderschanze

1868 errichtete der Forst- und Waldschütz Johann Georg Gaiser ein Forst- und Gasthaus mit einem Stall für die Pferde der Fuhrleute. Nachdem das Forsthaus 1911 abbrannte, erbaute der Schwiegersohn Ludwig Gaiser das heutige Hotel als Schankwirtschaft wieder auf. Das Hotel war damals einfach ausgestattet, Als Heizung dienten Bettflaschen und in einem Krug  war Wasser für die tägliche Hygiene. 1925 übernahm der älteste Sohn des Erbauers, August Gaiser, das Hotel und führte es zu einer gehobenen Fachgastronomie.
1939 bis 1945 diente das Hotel als Übergangsheim für ausgebombte Großstädter, ebenso wurde es von der deutschen Luftwaffe genutzt. Nachdem Krieg wurde es  beschlagnahmt und fand Verwendung für Ferienaufenthalte  französischer Kinder.

Nach dem Tod von August Gaiser im Jahr 1946 übernahm dessen Witwe Lina den Hotelbetrieb und führte ihn bis zu ihrem Tod 1967. Danach wurde das Hotel bis 1991 verpachtet.
Walter Gaiser, der „Schanzwirt“, wie er auf dem Kniebis genannt wird, nahm den Betrieb wieder selber auf. Er führte das Hotel als ein einfaches Wanderheim als „Einmannbetrieb“ weiter. Von den wenigen Zimmern hatte nur ein halbes Dutzend eigene Duschen und Toiletten. Dennoch wurden sie von Westwegwanderern gerne gebucht. Nach einer längeren Ruhephase wurde das Gebäude 2015 vom Land Baden-Württemberg erworben und soll in Zukunft für Nationalparkverwaltung, als Rangerstation oder Forschungsstandort genutzt werden.?

Traurige Wirklichkeit- das Ende einer Ära!

W. Hug

Kloster- und Heimatgeschichtsverein Kniebis   

Benutzte Literatur:Die Schwarzwaldhochstraße v. Ernst Kafka und Wolfgang Schlund.

Schwarzwälder Bote Mai 2015




Vom „Grünen Baum“ zum „Hotel Kniebis Lamm“

Bisher gab es nur ein Gasthaus auf dem Kniebis, das Gasthaus beim ehemaligen Kloster. Das erste Gasthaus „beym Kniebis“ entstand an der „Oppenauer Straße“  heute Alter Weg.
Johann Georg Hoffmann“ aus Berneck, 1725 in Berneck geboren, war Forstknecht in Berneck und war seit 1750 mit der Loßburger Gastwirtstochter (Gasthaus Hirsch) „Anna Maria Rehfuß“ verheiratet. Das Paar lebte seit 1766 auf dem Kniebis und baute dann 1781 das stattliche Gasthaus „Zum grünen Baum“, (heute Pension Finkbeiner) neben dem Bärenwiesle an der Oppenauer Straße.
Leider lief die Gastwirtschaft nicht nach Wunsch und so kam es zu einem „gantrichterlich Zwangsverkauf“. Zwei Jahre später kaufte der Sohn des Erbauers, Josef Samuel Carl Hoffmann, 1750 in Berneck geboren das Anwesen zurück.
Auch dieser kam mit den Zahlungen in Verzug. Da der Schuldner bei Paris lebte und nicht zahlen konnte, wurde das Anwesen auf die damals übliche Weise meistbietend versteigert.

Johann Michael Keck“, ein Bäckersohn aus Schönegrind kaufte das Anwesen. Keck war mit der 1766 auf dem Kniebis geborenen Tochter des Hauserbauers, mit „Johanna Maria Hoffmann“, seit zwei Jahren verheiratet.
Im Mai 1804 entstand folgender Kaufvertrag:

Johann Michael Keck“, Beck ob dem Kniebis, verkaufen gegen die meist bietenden Jakob Friedrich Trück und David Trück, beide aus Kniebis gebürtig, ledigen Standes, ihr bisher inegehabtes Haus mit angebauter Scheune, Schopf und einem gewölbten Keller samt ihren Forstfelder für 1400 Gulden“.
Am 27. Juli 1805 wird auf oberamtliche Verfügung das Anwesen „maist feil geboten“ für 825 Gulden und den Zuschlag erhält, als er noch 50 Gulden zugelegt hat, der Freudenstädter Metzger „Johann Epting“, 1799 als Sohn eines Freudenstädter Metzgers geboren. Aus Unterlagen geht eindeutig hervor, dass die erste Eptingwirtschaft an der „Oppenauer Straße“ (heute Alter Weg) mit der Hausnr. 15 stand.

Ab 1808 wird Epting genannt als „Schildwirt zum grünen Baum“ am Bärenwiesle.
1826 stirbt die erste Ehefrau „Anna Barbara geb. Moser“ im Alter von 40 Jahren. Ein starkes Jahr  später verheiratet sich Johannes Epting wieder mit der Freudenstädter  Metzgerwitwe „Agnes Barbara geb. Haas“. Dies muss unter finanziellen Gesichtspunkten eine gute Partie gewesen sein, denn bald schon reifen pläne Eptings ein ganz neues Gasthaus zu bauen, eben das spätere „Gasthaus zum Lamm“.
Das Lamm steht zunächst als Wirtschaft erst seit 1833, als die neue Straße endlich fertig war  hatte Johannes Epting sein seit 1828 verfolgtes Ziel erreich, er wollte mit seinem neuen Gasthaus an der Hauptverkehrsader liegen.

1847- 1862 wird in verschiedenen Baugesuche für Umbau- und Neubaumaßnahmen als Besitzer „Friedrich Maulbetsch“ eingetragen.
1885 wird bei einem weiteren Anbau erstmals „Carl Gaisser zum Lamm“ behörtlich als Besitzer Erwähnt.

1916 Starb Carl Gaisser (Ranzenblitz)

1921 Übernahm der Sohn „Karl Gaisser“ mit seiner Frau „Luise geb. Müller“ aus Freudenstadt die Leitung des Hauses.

1927 starb „Karl Gaisser“ jun. der Sohn des „Alten Ranzenblitz“, wie man den alten Lammwirt weit und breit genannt hatte. Nach dem Tod von Karl Gaisser jun. Führte die „Alt- Lammwirtin und deren Schwiegertochter das Geschäft weiter.   

Sie leitete unter kräftiger Mithilfe ihrer Geschwister das Anwesen durch die  Wirren der letzten Kriegs- und Nachkriegsjahre. Dabei durfte sie sich auch der Unterstützung ihrer Tochter Else-Rose des immer größer werdenden Hotels erfreuen.

Der einzige Sohn, Karl Gaisser, der letzte Besitzer, war Soldat und geriet in Kriegsgefangenschaft. Nach seiner Rückkehr 1947 übernahm er das „Kurhotel Kniebis Lamm“ das er neuesten Erkenntnissen modernisierte, und dem wachsenden und anspruchsvollen Fremdenverkehr angepasst hat.

1949 Verheiratete sich Karl Gaisser mit „Ingeborg geb. Roth“. Gemeinsam haben beide dazu beigetragen, dass das Hotel um einige Errungenschaften bereichert wurde und somit der gute Ruf des Hauses weiterhin gewahrt blieb.

1961/62 Der neu errichtete Hoteltrakt mit 32 Fremdenbetten und das anschließende Hallenbad wurden dem historischen Gebäude angegliedert.

1984 Das Hotelsterben entlang der Schwarzwaldhochstraße hatte auch das Kurhotel Kniebis Lamm erreicht. Das renommierte und traditionsreiche Kurhotel Kniebis Lamm wurde 1984 geschlossen und abgebrochen.

2009 Entstand fast an der selben Stelle des ehemaligen Hotel Kniebis Lamm ein neues Gebäude. Mit Unterstützung Europäischer Fördermittel des „LEADER“ Programms und der Familie Fahrner vom Schliffkopf konnte die bewirtschaftete „Kniebis Hütte“ mit angrenzender Touristinfo gebaut werden.

W. Hug

Kloster- und Heimatgeschichtsverein Kniebis

Die Schwarzwaldhochstraße v. Ernst Kafka und Wolfgang Schlund.

Schwarzwälder Bote Mai 2015


  
Höhenhotel-Zuflucht
Ende des 18ten Jahrhunderts hatte die Gemeinde Oppenau  im Bereich des Roßühls eine  Hütte stehen. Sie hieß „Blochhütte“ (eventuell zu Block-Hütte“) und diente als Unterkunft für Mensch und Tier, die dort oben etwa durch die Nacht, den Schneesturm oder ein sonstiges unvorhergesehenes Ereignis überrascht wurden. Um 1800 wurde in der „Blochhütte“ eine sogenannte „Buschwirtschaft betrieben, die erste Vorläuferin des späteren „Hotel Zuflucht“. Die Hütte wurde verpachtet, aber weder die Gemeinde Oppenau als auch der Pächter taten wenig für die Instandsetzung und so wurde sie 1833 abgerissen und neu aufgebaut. Danach wieder verpachtet. Offentsichtlich, auch dokumentiert durch einen häufigen Pächterwechsel zog die Gemeinde Oppenau nicht den erhofften Nutzen und so wurde  das Gebäude zum Verkauf ausgeschrieben. Am 15.Dezember 1907 kauften M.Schmelzle aus Mitteltal und dessen Sohn Christian die „Zuflucht“ für 10 500 Mark der Stadtgemeinde Oppenau ab.

1908 wurde die Zuflucht von bestehenden  vier kleinen Zimmern auf 19 Zimmer und einem Saal ausgebaut. Schon im folgenden Jahr - die Saison war im Zeichen des aufblühenden Fremdenverkehrs gut geworden, wurde ein neues Stockwerk mit Küche und elf weiteren Zimmern  aufgebaut. Bis zum Jahr erfolgte die Beleuchtung mit Spiritus- und Erdöllampen. Erst ab diesem Jahr wurde zur Stromerzeugung ein Benzinmotor aufgestellt. 1924  entstand ein kleines Elektrizitätswerk mit der Wasserkraft des 2 Km entfernten Wernestbaches betrieben wurde.Im, Jahr 1925 erfolgte der Bau einer elektrischen Pumpe, welche das Wasser vom Schönegründbach zur Zuflucht beförderte.
1949 heiratete die Tochter Alice Schmelzle den Münchner Karl Ott welcher ab 1940 als Teilhaber den Betrieb mit seiner Frau leitete. Nachdem das Hotel in den 30er Jahren einen erheblichen Aufschwung  hatte, stagnierte der Hotelbetrieb in den Kriegsjahren, vor allem auch durch das Fernbleiben ausländischer Gäste.

Nach der Rückkehr von Karl Ott aus der Gefangenschaft, wurde der Hotelbetrieb voll Tatktraft wieder aufgebaut.
In den folgenden  Jahren wurde weitere Umbauten durchgeführt.so zum Bsp. die Jägerstube, die Hotelhalle und die Gästezimmer.

Nach dem Tod von Karl Ott im Jahre   übernahm Rüdiger Ott mit seiner Frau Irmgard die Leitung des Hotels.

Nachdem die Ansprüche der Gäste ab den 70er Jahren immer größer wurden, wollten das Ehepaar Ott mit einem großzügigen Um-und Anbau der „Neuen Zeit“ gerecht werden. Jedoch wurde ihnen Bauauflagen gemacht, welche sie nicht umsetzen konnten. Also wurde im Jahr 1997 die Zuflucht schweren Herzens verkauft.  Danach wurde das Gebäude etliche Jahre als Jugendherberge betrieben, ehe es dann einige Zeit leer stand. Heute ist die Zuflucht wieder ein Hotelbetrieb.

Zu Kniebis auf dem Walde von M.Eimer